Medienecho

Neben den sozialen Netzwerken wie ›facebook und ›twitter ist Kulmine auch in den klassischen Medien präsent und wird immer öfter auf Blogs besprochen. Unser Anliegen der Wertschätzung der Menstruation wird durch weitere Stimmen unterstützt. Besonders der Artikel von ›Dr. med. Iris Grützmacher, der schon 1979 auf das Tabu einging, verdient Beachtung. Und wir konnten ›Ingeborg Stadelmann – deutsche Hebamme, Autorin, Verlegerin und Referentin – für ein Interview gewinnen, was uns besonders freut.

Kulmine auf Blogs

livelifegreen, August 2017

Alex will Zerowaste an allen Tagen! „Bis zu meinem ersten Zyklus komplett ohne Müll hat es fast 40 Jahre gedauert. Schon verrückt, oder? Dabei ist es so unkompliziert! Es muss einem nur jemand erzählen. Und genau diesen Part übernehme ich jetzt und sorge damit hoffentlich dafür, dass eure Erleuchtung nicht so lange auf sich warten lässt wie meine eigene.“

ringelmiez, Dezember 2016

Ella hat einen tolle Verlosungsaktion auf ihrem Blog Ringelmiez gemacht und dafür Kulmines getestet. Sie schreibt: „Mit den Slipeinlagen von Kulmine komme in vielerlei Hinsicht deutlich besser zurecht, als mit herkömmlichen Slipeinlagen. Die Aspekte der Schadstofffreiheit, haut- und umweltfreundlichkeit, sowie Nachhaltigkeit überzeugen mich sowieso.“

Dr. Christine Adler, August 2016

Hier hat eine engagierte Fachärztin für Frauenheilkunde und Geburtshilfe (Naturheilverfahren) sich gefragt: „Was gibt es noch außer Tampon und Binde?“ Wir finden super, wenn Ärztinnen zu dem Thema bloggen.

Ganz schön natürlich, August 2016

„Ich wette damit hättet ihr so nicht gerechnet!“ Wirklich nicht! Toll, wie ausführlich Jenny für ihren Blogartikel über Mensprodukte recherchiert hat. Außerdem sind besonders viele Quellen angegeben.

natürlich Kinderwunsch, Juli 2016

„Ich finde die Stoffe, die Kulmine anbietet, unglaublich weich und wunderbar. Der Tragekomfort und die heilende Wirkung auf Haut und Schleimhaut sind immens. Woher kommen diese besonderen Stoffe?“ – so lautet eine der Fragen, die Dorothea Brückl in einem großen Interview für ihren Blog gestellt hat.

Reclaiming the 'V‘

Franziska von Groß betreibt einen zur Zeit englischsprachigen Blog auf dem sie ihre Erfahrungen und Rechercheergebnisse rund um die Mens sammelt. Darüber hinaus bietet sie Workshops an, wo sie auch Kulmine vorstellen wird. Cycle EmPowerment nennt sie es auch. „Mit Begeisterung lese ich seit einigen Monaten euren Newsletter und feuere eure vielfältigen Angebote und Aktivitäten aus der Ferne an!“

Jademond, April 2016

Ramona hat einen neuen Beitrag auf ihrem Blog geschrieben und sogar eine wunderschöne Zeichnung entstand dafür. Es geht insbesondere um die Hela: „Ziemlich genial. Ein weiterer Vorteil dieser Faltung ist: Wenn du unterwegs bist […] kannst du die beiden Lagen einfach austauschen und hast somit eine gute kurzfristige Lösung.“

2014 berichtete Ramona schon einmal von ihren Erfahrungen: „Als bekennende Ökotante benutze ich, wie sollte es auch anders sein, Stoffbinden für meine Monatshygiene. Ich habe schon alles mögliche ausprobiert…“ Und hier hat sie noch einen kleineren Artikel geschrieben, der ganz tolle Fotos der Kulmines zeigt.

widerstand ist zweckmäßig, März 2016

Mit Maria haben wir einen echten Fan gewonnen: „Vor kurzem habe ich ein Mail von Kulmine erhalten, in dem ich eingeladen wurde, die neue Stoffbinde ,Hela‘ zu testen. Entdeckt hatte ich sie bereits einige Zeit davor und war von dem innovativen System sehr angetan.“

Maria berichtete Mai 2015 schon das zweite Mal von Kulmine: Slipeinlagen. „Ganz klarer Testsieger ist für mich die faltbare Slipeinlage mit Flügeln. Ich bin einfach total begeistert ich von der Flexibilität der Faltlasche.“

Teil 1: „Was soll ich sagen – ich bin begeistert! Nämlich wirklich ohne Einschränkung, das war nach vielen Jahren endlich einmal wieder eine Menstruation ohne Schmerzen. Ich habe die Tampons keine Minute vermisst.“ Besonders die Faltis haben es Maria angetan. Ihr Review sehr sorgfältig, ausführlich und mit vielen guten Fotos ausgestattet, zum Beispiel wie man gut verschiedene Einlagen kombinieren kann.

MamaDenkt, Februar 2016

rage schwärmt immer noch: Meine Liebe zu Stoffbinden „Im Geschäft, dort, wo ich lerne Hygieneartikel einzukaufen, gibt es nur dieses Wegwerfzeug. Erst Minimalismus und Nachhaltigkeit brachten mich auf den Trichter: Es geht auch anders.“ Ihre 4 Hauptgründe für Stoffbinden: Keine penetrante Geruchsbildung, komfortables Tragegefühl, weniger Verrutschen und Müllreduktion.

Alte Beiträge: rage hat schon zwei mal über Kulmine berichtet. In der Erdbeerwoche (gezeigt wird die Sonderedition in Sonnengelb) und über die daysofthunder (dort die Himbeer-Edition im Vergleich zum klassischen Kulmine-Rot). Sie schreibt: „So bezeichnen wir hier ,liebevoll‘ die Tage der Menstruation. Meiner Menstruation. Aktuell genieße ich es sehr, mir darüber keine Gedanken machen zu müssen. Aus Gründen…“

finding sustainia, Januar 2016

Let’s talk about…. nachhaltige Frauenhygiene. Santa Meyer-Nandi traut sich ganz sensible Fragen zu stellen „Ich bin auch selbst über mich erstaunt, was für schulmädchenhafte Reaktionen ich erst einmal zu dem Thema Frauenhygiene empfand, während das Thema Stoffwindeln sich dabei absolut etabliert hat. Mir geht es nicht alleine so und umso wichtiger ist es, dass wir auch über ökologische Alternativen in dem Tabu-Thema Frauenhygiene sprechen. Warum waschbare Binden oder Menstruationstassen?“

krach bumm, Oktober 2015

Sexualpädagogin Katja und ihre Blogkollegin Iris interviewen Kulmine und Erdbeerwoche: Viele Wege führen zu alternativen Produkten – über Blutungsmuster, blinde Flecken, Durchbluten und wie man sich und seinen Zyklus besser kennenlernen kann.

schick gewickelt, Februar 2015

Thu hat einen beeindruckend ausführlichen Testbericht geschrieben mit vielen Bildern. Sie bringt die wichtigsten Sachen auf den Punkt! „Ich habe zuvor wie selbstverständlich jeden Tag WW-Slipeinlagen benutzt – trotz jahrelanger NFP, bei der mir natürlich klar war, dass frau mal mehr, mal weniger Ausfluss hat. Dann habe ich also den WW-Slipeinlagenverbrauch drastisch reduziert und schließlich soweit es ging durch Stoff ersetzt.“

Ich probier mal…, März 2015

Ivonne probiert mal Kulmines und stell das in ihrem Vlog vor. „Die Slipeinlagen fand ich super auch wenn sie – gerade die mit Flügeln und dem Druckknopf – etwas ungewohnt sind…“

Nanilicious, Mai 2014

Nani stellt vor – und zwar in ihrem Youtube-Kanal. „Hallo meine Lieben, ich starte eine Serie, indem ich Euch vorstelle, was für Damenhygieneprodukte es gibt. In diesem Video bekommt ihr eine Einführung in das Thema Damenbinden. Es gibt Damenbinden, die aus Kunststoff sind und welche aus Biobaumwolle…“

Kulmine in Printmedien

2017/4

„Einfach leben.“ Der Minimalismus-Ratgeber von Lina Jachmann stellt in über 200 Bildern einen minimalistischen Lebensstil vor – bis hin zu Zero Waste und nachhaltigen Konsum. In der Rubrik Kosmetik ist Kulmine mit mehreren Produkten vertreten.
erhältlich im Knesebeck Verlag

2017/1

„An Tagen wie diesen.“ Das Naturkosmetik-Magazin Cosmia denkt in der Rubrik Beauty & Pflege ausführlich über die Inhaltstoffe von herkömmlichen Tampons und Binden nach. Und findet: Das lohnt sich – der eigenen Gesundheit und der Umwelt zuliebe.
cosmia.de

2013/5

Erfolgreich mit Tabu-Produkt Osnabrücker Firma Kulmine stellt wiederverwertbare Hygieneartikel aus Stoff her: Hygieneartikel aus Stoff – für viele ist dieser Gedanke etwas gewöhnungsbedürftig. Doch die Osnabrücker Firma Kulmine hat damit wachsenden Erfolg.
Neue Osnabrücker Zeitung

2013/4

Alles im Fluss – Wer hätte das gedacht? Eine der führenden Herstellerinnen Europas im Segment Damenbinden und Slipeinlagen aus Stoff lebt und arbeitet in Osnabrück.
Stadtblatt Osnabrückt Seite 6

2012/5

Pressemitteilung über eine zeitweilige Kooperation mit Manufaktum.
OpenPR, freies Presseportal

2011/05

Monatshygiene: natürliche Tage. Der monatliche Zyklus begleitet Frauen über viele Jahre ihres Lebens. Mit moderner Monatshygiene können sie ihre Menstruation ganz natürlich und oftmals unbeschwerter erleben.
Schrot & Korn

2008/11

Natürliche Tage: Von der ersten Regel bis zur Menopause verbraucht eine Frau bis zu 10 000 Tampons oder Binden. Da lohnt der Blick auf die verwendeten Materialien – der Haut und Umwelt zuliebe.
Schrot & Korn

1997/11

Die Menstruation gehört zu den urweiblichen physiologischen Vorgängen. Bei der Monatshygiene für „die Tage“ kann frau zwischen vielen verschiedenen Möglichkeiten wählen. Die Monatshygieneartikel im Naturwarenhandel.
Schrot & Korn

 

Mens & Co im öffentlichen Diskurs

2016/2

85 Prozent aller Tampons beinhalten krebserregende Stoffe
Cosmopolitan online

 

 

Menstruationshygiene – Ganz modern und ungesund

Dr. med. Iris Grützmacher, Frauenärztin, hat den folgenden Artikel 1979 in der Medical Tribune veröffentlicht. Anfang der 90iger Jahre hat sie den Artikel noch mal überarbeitet. Jetzt ist er immer noch aktuell!

Die Menses sind kein Tabu mehr. Ausführlich und ehrlich sprechen Frauen von ihrer Menstruationshygiene – im Werbefernsehen. In den höchsten Tönen loben sie die Sicherheit von modernen Binden, Slipeinlagen und Tampons.

Aber ist es nicht erstaunlich, dass die selbstbewusste moderne Frau erst dann richtig zufrieden mit der Menstruationshygiene ist, wenn es damit gelingt, von dieser „urweiblichen“ Angelegenheit möglichst viel zu verbergen? Nichts zu spüren und nichts zu sehen scheinen die Kriterien für weibliches Wohlbefinden während der Menstruation zu sein.
Meine These ist, dass die neue Offenheit zum Thema Menstruation die alten Tabus neu zementiert und dass die verzweifelte Suche der Frauen nach immer mehr „Sicherheit“ eines ganz sicher NICHT ist: Ein natürlicher und schon gar kein gesunder Umgang mit dem – menstruierenden – weiblichen Körper.

Die heute überwiegend praktizierte Menstruationshygiene ist nicht so sehr vom allgemeinhygienischen als vielmehr vom individualhygienischen Standpunkt aus ungesund: Die als „natürlichste“ Lösung gepriesenen Vaginaltampons stehen im Verdacht, die natürliche Scheidenflora so zu schädigen, dass eine verminderte Abwehrfähigkeit in diesem sensiblen Bereich besteht. Gewisse Bestandteile von Binden und Slipeinlagen schaffen unter Umständen die Grundlage für die Vermehrung von Krankheitserregern. Parfüms, Lotionen und Sprays, die den Geruch des Menstruationsblutes überdecken sollen, setzen Reizeffekte im Bereich der Scheide und ihrer Umgebung.

Während meiner Tätigkeit in der Gynäkologie im Krankenhaus war ich es schon gewohnt, fast durchweg pathologische, das heißt nicht gesunde Befunde des Vaginalsmear (Vaginalschleims) bei den aufzunehmenden Patientinnen vorzufinden. Zu Beginn meiner Praxistätigkeit überraschte mich, dass selbst ganz junge Mädchen – auch solche, die noch keinen Geschlechtsverkehr gehabt hatten – und ein großer Teil der reinen Vorsorgepatientinnen, keine physiologische, das heißt, gesunde Scheidenflora hatten.

Meine bis dahin mehr sporadischen Fragen nach so genannter Intimhygiene (Reinigen und Deodorieren), nach Menstruationshygiene (Binden, Tampons, anderes) und nach Bekleidungsgewohnheiten (synthetische Unterwäsche, Strumpfhosen) habe ich dann in die Routinebefragung jeder Patientin übernommen. Es stellte sich heraus, dass der größte Teil der Frauen „krankmachende“ Gewohnheiten bei der Menstruationshygiene, bei täglicher Reinigung und Bekleidung hatte. Gerade bei diesen Frauen war in aller Regel unphysiologischer Vaginalsmear zu finden.

Um die Zusammenhänge von Menstruationshygiene, Intimhygiene und Kleidungsgewohnheiten exakter festzustellen, bat ich 100 Frauen, an einer Kontrolluntersuchung teilzunehmen. Es waren Frauen, die entweder über ständigen oder – trotz Therapie – ständig wiederkehrenden Ausfluss (Mischflora) oder über immer wieder auftretende Pilzerkrankungen (ohne Grunderkrankung, ohne Ovulationshemmer) klagten.

Im Verlauf eines Jahres wurde der Vaginalsmear alle 3 Monate jeweils zwölf Tage nach Beendigung der Menstruation untersucht. Ich bat die Patientinnen, ihr Menstruations- und Reinigungsverhalten im Scheiden-Damm-Bereich wie folgt zu ändern:
1) Keine parfümierten , deodorierenden Seifen mehr, keine Lotionen, keine Sprays, keine Desinfizientia mehr; stattdessen rückfettende Seifen wie z.B. Babyseifen, bei mehrmaligem Reinigungsbedürfnis innerhalb von 24 Stunden besser Ölpflegetücher aus der Babypflege.
2) Keine synthetische Unterwäsche mehr
3) So wenig und so kurzzeitig wie möglich (Nylon-) Strumpfhosen tragen
4) Keine Vaginaltampons benutzen

76 Frauen akzeptierten diese Vorschläge und ließen alle vier Untersuchungen machen. Von diesen 76 Frauen, die ausgerechnet alle über störenden Ausfluss geklagt hatten, hatten 65 nach Ablauf der zwölf Monate einen physiologischen (das heißt normalen) Befund ihres Scheidensekrets, die anderen einen deutlich besseren Befund als zu Beginn der Untersuchung. Bis auf zwei Patientinnen gaben alle an, dass ihnen der Zusammenhang zwischen ihren ehemaligen Fluorbeschwerden und den Reinigungs- und Menstruationsgewohnheiten nun offensichtlich sei.

Für einen wesentlichen Auslöser des nichtphysiologischen Vaginalsmear halte ich den unkritischen Gebrauch von Tampons. Abgesehen davon, dass als logische Folge des Menstruationstabus Frauen und Mädchen Tampons auch falsch anwenden, nämlich bei minimaler Blutung oder bei verstärktem Ausfluss, ist selbst die „richtige“ Handhabung dieser Art von Menstruationshygiene nicht ohne unerwünschte Nebenwirkungen: Wie in der Werbung zu Recht betont wird, wirkt der Tampon seiner Natur nach als Sog. Was aber wird aufgesaugt, wenn kein Blut mehr fließt? Doch nur die Vaginalflüssigkeit, die für ein gesundes Gleichgewicht in der Scheide sorgt (Döderleinflora). Zurück bleibt – bildlich gesprochen – ein Brachfeld, auf das umgehend Keime und Bakterien der Vulva, des Dammes und der Analgegend einwandern können. Die Mischflora blüht, die durch Tampons zu trocken gewordenen ist und gereizte Vaginalhaut reagiert mit verstärkter Flüssigkeitsbildung, der Säurewert ändert sich – der ungesunde Kreislauf ist geschlossen.

Trotzdem scheint die Tamponanwendung auch für Frauenärzte die „normalste“ Form der Menstruationshygiene zu sein. Interessanterweise wird häufiger kritisch gefragt, ob nicht ein vergessener Tampon in der Scheide eine Infektionsquelle sei. Jede Gynäkologin und jeder Gynäkologe weiß, dass so ein Fall vielleicht drei mal im Jahr, also selten, in der Praxis auftaucht. Kein Gegenstand der Diskussion, aber täglich in der Praxis zu erleben sind die sehr kleinen, in der Scheide zurückbleibenden Tamponreste, die sofort feststellbar sind und die zu erheblichen Reaktionen im Scheidenmilieu führen können.

1993 weist die Zeitschrift Öko-Test in ihrem Sonderheft Kosmetik beim Test von Monatshygiene darauf hin, dass Tampon-Benutzerinnen möglicherweise anfälliger für das so genannte „Toxic Shock Syndrome“ (TSS) sind, das vor einigen Jahren sogar zu Todesfällen in den USA geführt hat. Beim Toxic Shock Syndrome kann durch eine bestimmte Bakterienart eine giftige Substanz produziert und in die Blutbahn abgegeben werden, wo sie verheerende Folgen für den Kreislauf haben kann.

Was macht Tampons dennoch so beliebt? Eine Routinefrage an meine Patientinnen lautet: „Warum benutzen Sie eigentlich einen Tampon?“ Die Antworten sind: 1. Weil es so bequem ist. 2. Weil es so hygienisch ist. 3. Weil man nicht immer an die Menstruation denken muss (weil man sie vergessen kann).

Diese Antworten erstaunen mich nicht. Sie zeigen, dass die Tabus über Menstruation auch heute noch wirken. Frauen möchten am liebsten vergessen, dass sie monatlich bluten, sie möchten das Blut nicht sehen und sie empfinden sich als hygienisch, wenn sie äußerlich keine Spuren der Menstruation tragen (was in ihrem Inneren vorgeht, scheint zweitrangig). Dass es für Frauen durch Tampons leichter und bequemer ist, die uralten Gebote zur Tabuisierung der Menstruation zu befolgen, ist meiner Ansicht nach kein Schritt zu mehr weiblichem Selbstbewußtsein.

Die Alltagssprache über Menstruation ist beredt: Frauen sprechen davon, dass sie „unpässlich sind, unwohl sind, dass es ihnen mal wieder nicht gut geht“. Männer sprechen eher in Zotenform darüber: „Sie hat roten Besuch, sie ist eine Bloody Mary, sie hat ihre Ketchup-Zeit, rien ne va plus.“ Es ist deutlich zu erkennen, dass auch in dieser indirekten Form die monatliche Blutung als etwas Belastendes, Störendes und Schmutziges erlebt wird. Eine Patientin formulierte treffend: „Ich will zwar wissen, dass meine Periode da ist, aber mitkriegen will ich sie nicht.“.

Warum ist eigentlich die Menstruation, die für die Hälfte der Bevölkerung ein für 30 Lebensjahre alle vier Wochen wiederkehrendes Ereignis ist, so sehr Anlass zu Scham und Versteck„spiel“? Eine Antwort darauf ist wohl nur zu finden, wenn wir einen kurzen historischen Exkurs machen, denn die Menstruation ist ein sehr ausgeprägtes historisches, kulturelles und gesellschaftliches Tabu. Schon bei Hippokrates finden wir in der Schrift „über die Krankheit der Frauen“, dass Frauen so etwas wie eine Fehlkonstruktion seien, bei denen mit der Menstruation etwas Überflüssiges abtropfen muss. Menstruation wird in der Lehre der „krankmachenden Körpersäfte“ in die Reihe des Schwitzens, Erbrechens, Abführens und des Aderlasses gestellt.

Juden und Christen galt und gilt die Menstruation als Ausdruck der Folge der Erbversündigung, als Unreinheit und Reinigung, als Strafe und Sühne. Das menstruationserregende Element war in Evas Apfel enthalten.
In der Aufklärung galt die Menstruation als Zivilisationsschaden, eine Auffassung, die noch heute anzutreffen ist, und im 19.Jahrhundert wird von Menstruationsblutungen gleichbedeutend mit Abtreibung oder Fehlgeburt gesprochen. Der Mediziner Virchow sprach von nicht ausgelebter, verfehlter, enttäuschter Schwangerschaft. Auf diesem Interpretationsstand therapiert heute übrigens noch ein Teil der Psychoanalytiker. Einer der Väter der Psychiatrie, Krafft-Ebing, sprach im Zusammenhang mit der Menstruation nur vom periodischen Irresein der Frauen, von der physiologischen Geistesstörung der Frauen.

Die Menstruation galt als unrein – da musste das Menstruationsblut folgerichtig so etwas wie ein Gift sein. Diese Anschauung lässt sich mühelos durch die Jahrhunderte verfolgen, vertreten zum Beispiel von den Medizinern Plinius (Menstruationsblut säuert den Wein) über Albertus Magnus (die Bienen werden vergiftet) zu Paracelsus (die Hunde werden tollwütig) und E. Fränkel (+1953!), der noch immer an das Menstruationsgift = Menotoxin glaubte.

Dass Frauen vieler Kulturen sich an manchen Tagen der Menstruation auch gerne mal zurückziehen, oder sich nur mit anderen Frauen umgeben, ist nicht zu verwechseln mit den Traditionen, die menstruierende Frauen vom öffentlichen Leben ausschlossen und sie zwangen, sich als „unrein“ zu verbergen. Jüdinnen zogen sich in die Menstruationshütte zurück, Mohammedanerinnen in ein separates Serail und unsere Urgroßmütter spielten Migräne vor, um ins Schlafzimmer flüchten zu können.

Die Grundforderungen für wirkliches Wohlbefinden während der Menstruation - und das schließt auch ein Gefühl von Reinheit ein - sind denkbar einfach: Monatshygiene soll sauber (nicht steril, nicht deodorierend), trocken (aber ohne die Unterbindung physiologischer Vorgänge) und luftig (keine durch Tampons verstöpselte Vagina, kein durch Synthetics oder plastikbewehrte Vorlagen geschaffenes Mikrotreibhausklima im Vulvabereich) sein. Zur Reinigung genügt normalerweise tägliches Waschen mit Wasser. Frauen sollten rückfettende Seifen, Lotionen oder Öle zur Säuberung verwenden. Alle anderen Reinigungs-, Pflege- und Intimpflegemittel sind bei physiologischen Verhältnissen überflüssig. Gegen als zu stark empfundenen Schweiß genügt Körperpuder oder eine entsprechende Creme.

Mädchen lernen leider heute oft noch, dass jede Art von Ausfluss und stärkerem Körpergeruch ungesund seien. Deodorierendes wird mit der Pubertät mehr verordnet als empfohlen. Der Aussage: „Du hast Ausfluss, du bist nicht gesund“ folgt ein Besuch beim Kinder-, Haus- oder Frauenarzt. Damit sind oft die Weichen gestellt zur Pathologisierung eigentlich natürlicher und gesunder Vorgänge und das schon bevor ein junges Mädchen überhaupt seine erste Menstruation hatte.
Klagt ein junges Mädchen über Ausfluss, sollte durch einen Besuch beim Arzt abgeklärt werden, ob der Fluor natürlich ist oder nicht. Das ist grundsätzlich aber von beiden Seiten erst einmal als vorsorgliche Untersuchung zu betrachten. Liegt keine krankhafte Veränderung vor, rate ich der Ärztin oder dem Arzt, ein wirklich aufklärendes Gespräch mit dem Mädchen zu führen. Dass die Scheide für eine normale Funktion geringe Mengen von Flüssigkeit absondern muss oder dass der tägliche Wechsel des Höschens eine ganz gute vorbeugende hygienische Maßnahme ist. Ist pathologischer Fluor vorhanden, liegt die Ursache oft auch in unzweckmäßiger Bekleidung, z.B. Wäsche aus Synthetik (Höschen, Strumpfhosen) oder hautengen und besonders im Schritt sich einpressenden Hosen.

Aus Angst und Schamgefühl vor ihren eigenen Gerüchen und Körperflüssigkeiten führen sich junge Mädchen nicht selten auch schon vor der Menarche (dem Beginn der Menstruation) Tampons ein, manche sogar täglich! Andere tragen aus den gleichen Gründen ständig Slipeinlagen, um die Wäsche zu schonen (warum eigentlich?).
Mit dem Einsetzen der Menarche greift ein junges Mädchen dann oft endgültig zum Tampon, weil es so den gelernten Reinigungsgeboten zu genügen meint. Ich kann das nicht gutheißen und finde es im Übrigen einen deprimierenden Einstieg in das Dasein als erwachsene Frau.

Ich empfehle inzwischen jungen Mädchen Tampons nicht mehr als generelle Menstruationshygiene. Ich rate sogar eher ab und informiere sie über Alternativen, zum Beispiel auch über Baumwoll- oder Seidenbinden, mit denen sie den drei Grundsätzen sauber, trocken und luftig folgen können. Es hat mich verwundert, wie viele junge Mädchen und auch Frauen nach einem aufklärenden Gespräch bereit waren, ihre Genital- und Menstruationshygiene zu ändern, und es dann auch getan haben.

 

 

Gesundheit beginnt mit Wohlbefinden

Ein Kulmine-Interview mit Ingeborg Stadelmann im August 2012. Die Hebamme Ingeborg Stadelmann empfiehlt seit vielen Jahren und vertreibt neuerdings auch natürliche Produkte nach der Philosophie, dass Gesundheit beim Wohlbefinden beginnt und dieses über die Berührung der Haut erfahren wird. Seit langem schätzt sie die Produkte von Kulmine und präsentiert sie im Sortiment ihrer Firma Stadelmann Natur. Sie ist eine unserer treuesten Kundinnen.

 

Seit wann und woher kennen Sie Kulmine?

Anfang der 90er Jahre, als die Ökobewegung ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte, lernte ich Petra Sood auf einem Hebammenkongress kennen und konnte mich dort für ihre Stoffbinden begeistern.

Warum empfehlen Sie Binden und Slipeinlagen von Kulmine?

Ich habe die Einlagen getestet, selbst über Jahre hinweg benutzt und habe insbesondere die Seideneinlagen zu schätzen gelernt. Ich empfehle sie gerne Frauen, die unter chronischen Infektionen im Intimbereich leiden.

Was ist das Spezielle an Seide?

Für die Haut sind Naturstoffe allgemein verträglicher als herkömmliche Produkte, die bis auf wenige Ausnahmen meist chemisch gebleicht sind. Seide verfügt zudem über eine heilende Wirkung und ist bei empfindlicher und gereizter Haut besonders angenehm und verträglich.

Sind Seidenbinden dann auch für das Wochenbett geeignet?

Eine solche Binde muss besonders saugfähig sein und von der Form her großflächig, damit sich keine Druckstellen bilden können. Im Wochenbett sind Stoffbinden für die meisten Frauen ungeeignet, da die Reinigung womöglich zu aufwändig oder unpraktisch ist. Nach der Entlassung aus der Klinik, im Spätwochenbett und in der Pflege danach bilden Stoffbinden und vor allem Seidenbinden und -Slipeinlagen jedoch eine wertvolle Alternative.

Gibt es bei dem Thema noch etwas, das Ihnen am Herzen liegt?

Ja, ich wünsche mir, dass es weiterhin gemeinsame Wege gibt, Frauen darüber zu informieren, dass man auch Menstruationsprodukte waschen kann, denn gerade in Zeiten von Wegwerf-Artikeln finde ich neben der Haut-Verträglichkeit auch den ökologischen Gedanken bei Stoffbinden wichtig.

Herzlichen Dank für Ihre Zeit und dieses Interview.