Interview mit Mela Kühnlein 

Mela Kühnlein ist freiberufliche Designerin mit Freude am künstlerischen Ausdruck. Malerei, Tanz und ein Garten gehören für sie zum Leben dazu und geben ihrem Sinn für Organisation und Struktur den kreativen Schub.

Nina und Mela nutzen die bei Kulmine gesammelten Erfahrungen inzwischen auch für gemeinsame Projekte, die über Kulmine hinausgehen. Bei jeweils eigenen Projekten stehen sie sich mit Ideen und konstruktiver Kritik zur Verfügung und haben viel Spaß bei gemeinsamen Kreativrunden über Skype.


Was waren deine Gedanken oder Gefühle, als du zum ersten Mal von alternativen Mensprodukten gelesen und gehört hast?

Ich war begeistert. In der Phase, als ich alternative Mensprodukte für mich entdeckt hab, war ich einfach unglaublich neugierig auf alles, was mit dem Thema Weiblichkeit zu tun hat.

Was hat dich bewegt, dich für Kulmine zu engagieren?

Es ist befriedigend, meine Fähigkeiten für ein Produkt einzusetzen, mit dem ich mich auf allen Ebenen identifizieren kann – vom umweltfreundlichen Produkt bis zu den Menschen, die dabei sind. Besonders der Kontakt mit Petra macht einfach so viel Freude und ist etwas, wofür mich immer wieder dankbar bin.
Es ist mir eine Herzensangelegenheit, die ich auch unentgeltlich unterstütze.

Was war in der Zeit dein schönstes Erlebnis?

Ich erinnere mich sehr gerne daran, mit Petra und Nina im Zuschneideraum zu sitzen. Die entspannte Atmosphäre, das Rattern der Schneidemaschinen und das viele Lachen und gemeinsame Rumspinnen an neuen Ideen für Kulmine.

Gab es auch ein Erlebnis, das dir nicht gut gefallen hat?

Ja, die Einsicht, dass eben nicht alle Unternehmen wie Kulmine sind. Mit meinem Idealismus bin ich beruflich oft auf die Nase gefallen. Das Gute daran: Durch meine Erfahrung mit Kulmine fällt es mir nun leichter, auch mit Projekten umzugehen, die nicht 100% zu mir passen.

Was motiviert dich, weiter zu machen?

Was ich selbst mit Kulmines erlebe, kann auch eine Möglichkeit für andere sein: ein positives Körpergefühl und eine liebevolle Selbstwahrnehmung. Ich trage dazu bei, diese Möglichkeit sichtbar zu machen. Das ist toll.

Was bereitet dir am meisten Freude bei der Arbeit für Kulmine?

Ich genieße, dass die Arbeit für Kulmine für mich so vielfältig ist. Ich kann ganz verschiedene Aspekte meiner Kreativität ausleben, vom großen Überblick und der Gesamtwirkung bis hin zu Details in Design, Text und Fotografie. Ich werde in so viele Prozesse eingebunden, zum Beispiel wenn Nina mit mir eine neue Produktidee bespricht, wir bei Petra die Stoffe zuschneiden und ich den dazugehörigen Werbebanner auf der Website gestalte. Besonders schätze ich dabei den gemeinschaftlichen Aspekt: Die Zusammenarbeit mit den tollen Menschen – vor allem von Nina und Petra fühle ich mich so unterstützt und wert geschätzt in meinen Qualitäten: „fädenhaltende Spinnerin“ heiße ich gerade bei den beiden. :)

Was erlebst du als Herausforderung?

Eine Herausforderung ist mein Anspruch an mich selbst als Kommunikationsdesignerin: Kulmine auf dem Markt ein klares Gesicht zu verleihen, das verbunden bleibt mit dem, was Kulmine braucht und vertritt.

Welche Gefühle verbindest du heute mit alternativen Mensprodukten?

Das Thema ist mir wichtig geworden, ich lege da Wert drauf, den ich gerne vermittle.
Am besten gefällt mir im Moment, wie ich selbst Kulmines für mich nutze und meine Mens und die Zeit drumrum immer bewusster wahrnehme. 

Der Traum von einer friedlicheren Welt – wie trägt Kulmine deiner Meinung nach dazu bei?

Wir verbringen in den Jahren, in denen wir menstruieren, circa ein Viertel der Zeit damit. Oder: jede 4. Frau menstruiert gerade. Wenn diese Menschen trotz oder vielleicht sogar wegen ihrer Körpervorgänge sich wohlfühlen und in Frieden mit sich selbst sind, wäre das schon ein großer Gewinn. Und wer sich selbst wertschätzen kann, kann das auch viel eher mit dem Lebensraum, in der er weilt. Das sieht man ja schön an Kulmine, wie ganzheitlich und stark Wertschätzung wirken kann.

Was wünschst du dir für die Zukunft von Kulmine?

Die Weltherrschaft 8-) oder wenigstens: Meine private Vision ist die von Kulmine als Kern einer großen Gemeinschaft, die eine alternative, angemessene Menskultur anbietet.

Eine Spaßfrage zum Schluss: Kulmine erhält 20.000 Euro und diese sollen nur für Kulmine ausgegeben werden. Wofür entscheidest du dich?

Ich freue mich darauf, die Idee vom Menarche-Set auf den Weg zu bringen. Dafür aus einem dicken Budget schöpfen zu können, wäre fantastisch.