Interview mit Nina Hanefeld

Nina Hanefeld schließt gerade ihre Ausbildung zur Pädagogin mit einem Referendariat ab. Sie arbeitet als NFP-Beraterin und in der Erwachsenenbildung zum Bereich Frauengesundheit. Ihre Muße findet sie beim Schreiben von Gedichten und in ihrer Begeisterung für Fantasiewelten und Geschichten.

Nina und Mela nutzen die bei Kulmine gesammelten Erfahrungen inzwischen auch für gemeinsame Projekte, die über Kulmine hinausgehen. Bei jeweils eigenen Projekten stehen sie sich mit Ideen und konstruktiver Kritik zur Verfügung und haben viel Spaß bei gemeinsamen Kreativrunden über Skype.


Was waren deine Gedanken oder Gefühle, als du zum ersten Mal von alternativen Mensprodukten gelesen und gehört hast?

Ich habe einen kritischen Text zu blauer Ersatzflüssigkeit im Internet gefunden und habe mich darin sofort wieder gefunden. Von dort war es nur noch ein kleiner Schritt zu einem Infotext zu alternativen Mensartikeln. Ich war so begeistert, dass ich mir gleich ein Tässchen kaufen wollte, was vor rund 10 Jahren allerdings gar nicht so einfach war. Am Ende habe ich ein ganzes Jahr gewartet und überlegt, bis ich dann im Internet ein Tässchen bestellt habe – mein erster Online-Kauf überhaupt. Bei Stoffslipeinlagen und Stoffbinden war ich etwas erst skeptischer, weil ich sehr schlechte Erfahrungen mit Wegwerfartikeln gemacht hatte. Mit dem ersten Benutzen wurden hier aber auch Zweifel durch Begeisterung ersetzt.

Was hat dich bewegt, dich für Kulmine zu engagieren?

Der wirklich wunderschöne Kontakt zu Petra Sood, der erst durch eines ihrer Frauenseminare entstand, hat in mir die Idee entstehen lassen, bei ihr ein Praktikum zu machen, das ich aufgrund meines Studiums absolvieren sollte. Während des Praktikums hatte ich so viel Freude an der Arbeit, dass ich mich einfach, ehrenamtlich, immer weiter engagiert habe.


Was war in der Zeit dein schönstes Erlebnis?

Als schönste isolierte Erlebnisse habe ich auf jeden Fall unsere größeren Projekte im Kopf. Der Blog von Petra Sood, unser Advent_ure Kalender und jetzt die Neugestaltung der Homepage.


Gab es auch ein Erlebnis, das dir nicht gut gefallen hat?

Die Erkenntnis, dass einem Produkt wie Stoffbinden eben doch Grenzen gesetzt sind, durch die Reaktionen der Umwelt. Beispielsweise ist nicht jede/r sofort begeistert und überzeugt.

Was motiviert dich, weiter zu machen?

Zum einen die Erinnerung daran, was für eine Revolution die Umstellung auf alternative Mensprodukte für mich war. Das befreite Gefühl, das ich damals hatte und das ich auch aus vielen Zuschriften herauslese, ist einer der Gründe, warum ich noch kein Ende für die Zusammenarbeit mit Kulmine sehe. Dazu kommt dann natürlich auch wieder der besondere Kontakt zu Petra Sood, der auf jeden Fall ein großer Mitgrund ist.

Was bereitet dir am meisten Freude bei der Arbeit für Kulmine?

Die mittlerweile sehr eingespielte Zusammenarbeit, auch übers Internet, bei denen die Ideen nur so sprudeln.
Der wertschätzende Umgang und die Rückmeldung, die ich zu meiner Arbeit erhalte.
Und natürlich der besondere Moment, wenn der Kulminestoff über dem Ausschneidetisch ausgebreitet ist und ich ihn mit den Händen glatt streicheln darf.

Was erlebst du als Herausforderung?

Dass ich so weit weg von Osnabrück lebe. Es wäre wunderbar, wenn ich einfach jede Woche beim Zuschneiden helfen könnte.

Welche Gefühle verbindest du heute mit alternativen Mensprodukten?

Meine Begeisterung ist eher noch größer geworden. Ich habe jede Bedenken gegen Stoffbinden verloren und mein Menstässchen wird nur noch für Momente rausgezogen, in denen ich länger unterwegs bin. Und immer wieder spüre ich Freude, wenn meine Mens losgeht und ich in meine Schublade gucke und eine schöne Kulmine aussuche.

Der Traum von einer friedlicheren Welt – wie trägt Kulmine deiner Meinung nach dazu bei?

Wenn ich in die Zukunft gucke, dann sehe ich eine Welt, in der vieles, was für uns heute selbstverständlich ist, kostbar werden könnte. Mit dabei alles, was Wasser braucht. Alles, was wir da also bewahren statt wegwerfen, kann ich mir als sehr positive Unterstützung für eine friedlichere Welt vorstellen. Dazu kommt dann die Vorstellung, dass glücklichere Menschen auch anders mit ihrer Umwelt (Natur und Menschen) umgehen und schon ist Kulmine wirklich unglaublich wichtig.

Was ist deiner Meinung nach das Wichtigste, was Menschen und insbesondere Frauen durch Kulmine lernen können?

Das Wichtigste für mich kann mit dem Ausdruck „mit sich selbst in Kontakt kommen“ beschrieben werden. Aber für mich bedeutet das so viel mehr und passiert auf so vielen Ebenen, dass dieser Ausdruck eigentlich viel zu klein ist.
Für Männer ist es sicher interessant zu sehen, wie ihre Partnerinnen einen anderen Bezug zu ihrem Körper bekommen und sie können davon profitieren.

Was wünschst du dir für die Zukunft von Kulmine?

Dass ich Kulmine und Stoffbinden nenne und die Menschen wissen wovon ich rede, ohne erst ewig etwas erklären zu müssen.

Eine Spaßfrage zum Schluss: Kulmine erhält 20.000 Euro und diese sollen nur für Kulmine ausgegeben werden. Wofür entscheidest du dich?

Ich würde eine Kinowerbung erstellen (lassen), Plakate für die Innenstädte, vielleicht auch für das Fernsehen? Eigentlich weiß ich gar nicht wie weit man mit 20.000 Euro kommt.